Was ist eine Transkription?

Wenn ich als Journalistin ein Interview führe, gehört eine Transkription für mich in den meisten Fällen dazu. Ursprünglich kommt der Begriff aus dem Lateinischen, von dem Wort transcribere. Das wiederum bedeutet „umschreiben“ oder „übertragen“. Transkription ist in unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen ein Begriff. In der Musik hat er allerdings eine andere Bedeutung als in der Biologie

Was ist eine Transkription?

Wenn ich als Journalistin ein Interview führe, gehört eine Transkription für mich in den meisten Fällen dazu. Ursprünglich kommt der Begriff aus dem Lateinischen, von dem Wort transcribere. Das wiederum bedeutet „umschreiben“ oder „übertragen“. Transkription ist in unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen ein Begriff. In der Musik hat er allerdings eine andere Bedeutung als in der Biologie oder zum Beispiel in der Linguistik. Für mich steht im journalistischem Alltag hinter der Transkription eine Niederschrift im Wortlaut, also die Übertragung eines Interviews in die Schriftform. Es können zum Beispiel aber auch Reden, Meetings oder Podcasts transkribiert werden.

Erst die Aufnahme…

Aktuell haben Interviews bei mir wieder Hochkonjunktur. Für meinen Blog Theaterliebe führe ich gerade viele Gespräche mit Künstler:innen. Über ihre Situation in dieser Pandemie. Über Projekte, die sie trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen ins Leben gerufen haben. Und über ihre Zukunftspläne. Immer, wenn ich solche Interviews führe, liegt mein Diktiergerät bereit. Oder seit einiger Zeit eben auch mal mein Smartphone. Manchmal auch beides. Sicher ist sicher ;). Zwar mache ich mir zwischendurch mal Notizen, schreibe mir besonders ausdrucksstarke Aussagen aus – aber die meiste Zeit bleiben Stift oder Tastatur unberührt. So kann ich aufmerksam zuhören und nachfragen, während die Aufnahme mitläuft und ihre Arbeit macht.

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…dann die Arbeit

Danach fängt meine Arbeit an. Ich höre die Aufnahme an. Stoppe immer wieder mal. Springe in der Aufnahme zurück. Dann wieder vor. Und tippe mit. Nicht jede Pause, nicht jedes Räuspern, nicht jeden Satzabbruch – aber erst einmal jedes Wort. Das ist zeitaufwendig, mir aber sehr wichtig. Insbesondere, wenn ich die Transkription nicht allein als Basis für einen Artikel nutzen, sondern wirklich in Interviewform veröffentlichen will. Dann möchte ich, dass mir die Aussagen im Wortlaut vorliegen – auch wenn ich im nächsten Schritt Sätze glätte und so formuliere, dass sie flüssig zu lesen sind, Passagen kürze oder notwendige stilistische Änderungen vornehme.

Fleißige Helfer für die Fleißarbeit

Nicht jeder möchte diese Fleißarbeit selbst machen. Oder möchte bzw. kann die Zeit dafür aufbringen. Denn dass man für ein halbstündiges Interview deutlich länger als 30 Minuten transkribiert, ist klar – unabhängig davon, wie schnell man tippt. Daher gibt es Möglichkeiten, die einem das Transkribieren vereinfachen können. Das können professionelle Dienstleister sein, die das Transkribieren übernehmen und einem das Abtippen ersparen. Oder Tools, die einem die Arbeit erleichtern, indem sie die Aufnahme langsamer abspielen, automatisch Zeitmarken setzen oder zurückspulen. Und mittlerweile gibt es auch automatisierte Spracherkennungen, die ganz gut funktionieren und gleichzeitig DSGVO-konform arbeiten. Da lohnt es sich, sich einfach mal umzuschauen – je nachdem, was man braucht und möchte.

Das nächste Interview kommt bestimmt

Welche Transkription-Hilfe zu einem passt – das kann man nur selbst ausprobieren. Eine klare Empfehlung kann ich da nicht geben. Ich habe bei einem der letzten Interviews eine automatisierte Spracherkennung getestet. Das Prozedere war simpel: Audiodatei hochladen, einige Minuten warten, verschriftlichtes Interview zurückbekommen. Die Zeitersparnis war enorm. Und ich war schon beeindruckt, wie hoch die „Trefferquote“ war. Ein Großteil der Sätze war wirklich fehlerfrei. Aber an einigen Stellen hat es dann doch so „gehakt“, dass ich nicht ganz sicher herleiten konnte, was denn eigentlich gesagt worden war. So ging es einmal zum Beispiel um „Aldi“  und nicht um „all die“ anderen Dinge ;). Ich transkribiere also erst einmal selber weiter. Demnächst wahrscheinlich aber mit einem Programm, das mir die Arbeit etwas erleichtert. Denn: Das nächste Interview kommt bestimmt.

Und bevor es soweit ist, könnt ihr euch ja gerne durch die Interviews lesen, die ich in letzter Zeit für Theaterliebe veröffentlicht habe. Vor kurzem habe ich mit dem Sänger, Schauspieler und Regisseur Patrick Stanke ein Interview geführt. Der daraus entstandene Artikel ist jetzt auch online.