Schreibunlust: Manchmal muss ich mich zum Schreiben zwingen

Anfang der Woche war es wieder soweit. Da war dieser Artikel auf meiner To-Do-Liste, auf den ich mich eigentlich richtig gefreut hatte. Das Thema war spannend. Die Recherche und die Interviews dazu hatten jede Menge guten Input gebracht. Einen Tag zuvor war mir sogar schon ein passender Einstieg durch den Kopf gegangen – nur leider fehlte

Schreibunlust: Manchmal muss ich mich zum Schreiben zwingen

Anfang der Woche war es wieder soweit. Da war dieser Artikel auf meiner To-Do-Liste, auf den ich mich eigentlich richtig gefreut hatte. Das Thema war spannend. Die Recherche und die Interviews dazu hatten jede Menge guten Input gebracht. Einen Tag zuvor war mir sogar schon ein passender Einstieg durch den Kopf gegangen – nur leider fehlte die Zeit, um ihn  aufzuschreiben. Und dann, als ich die Zeit hatte und den Artikel schreiben musste: nichts. Gar nichts. Die weiße Seite des Word-Dokuments starrte mich an. Der Cursor blinkte gehässig. Und ich? Ich tippte. Und löschte. Tippte. Und löschte. Ich hatte keine Ideen. Keine treffenden Formulierungen. Und dazu noch akute Schreibunlust. Denn obwohl ich das Schreiben und meinen Beruf liebe – manchmal muss ich mich zum Schreiben einfach zwingen. Dann ist jeder einzelne Satz Arbeit und jedes Wort wird zur Geduldsprobe.

Meine Tricks gegen kleine Schreibblockaden

Das ist nervig. Ja. Und anstrengend. Aber das kommt vor. Ich bin eben nicht jeden Tag gleich fit, gleich motiviert und fokussiert. Und nicht jedes Thema „fließt“ einfach so in einen lesenswerten Text. Das tun – ehrlich gesagt – die wenigsten. Doch mittlerweile machen mir solche Aussetzer oder Schreibblockaden keinen zu großen Druck mehr, selbst wenn mir die Deadline im Nacken sitzt. Ich habe gelernt, mit ihnen umzugehen – mit diesen fünf kleinen Tricks.

Kurz ausbrechen und den Kopf freikriegen

Wenn ich merke, es geht gerade nichts (mehr), dann gehe ich. Wenn auch nur kurz. Ich mache eine kleine Pause. Stehe auf, nehme mir was zu trinken und versuche, für einen Moment abzuschalten. Oder ich schnappe mir meinen Hund und gehe für zehn Minuten an die frische Luft. Das macht meinen Kopf meistens frei. Manchmal kommt genau in dem Moment der richtige Gedanke, die entscheidende Idee. Es ist mir schon einige Male passiert, dass ich diesen „Gedankenblitz“ mitten im Wald in mein Handy gesprochen habe. Zurück am Schreibtisch konnte ich dann loslegen.

Vom Perfektionismus befreien

Ich nehme mir vor, mich nicht an jedem Wort, an jeder Formulierung aufzuhängen. Ich verabschiede mich – erst einmal – von meiner eigenen Erwartungshaltung. Der Text muss nicht perfekt sein. Er muss überhaupt erst einmal seinen Weg auf das Blatt finden. Steht der erste Entwurf, folgen Umformulierungen und Anpassungen. Manchmal auch ganze Umstrukturierungen. So lange, bis der Text so ist, wie ich ihn haben will.

Spontan schreiben und den Schreibfluss finden

Ich schreibe einfach drauflos. Nichts, was mit dem eigentlichen Text zu tun hat. Aber alles, was mir gerade durch den Kopf geht. „Ich weiß gerade nicht, was ich schreiben soll“ ist da zum Beispiel so ein Satz, dem dann weitere, auch völlig zusammenhanglose Sätze folgen können. Mir hilft dieses spontane Schreiben, um meinen Schreibfluss zu finden. Jeden Morgen fülle ich eine Seite in meinem Notizbuch mit Gedanke und Einfällen. Für mich ist es eine Übung,  mit der Schreiben eine gewisse Selbstverständlichkeit bekommt – unabhängig von Schreibunlust oder Schreibblockade. Aber genau in diesen Fällen hilft es auch.

Den genauen Textaufbau planen

Manchmal bringt mich auch das Gegenteil weiter: Ich plane den genauen Aufbau des Textes. Ich sortiere die Informationen, filtere Schwerpunkte heraus und erarbeite eine Struktur. Dieses Gerüst gibt mir Orientierung und die erneute, inhaltlich detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema führt meist zum passenden Einstieg.

Nicht ablenken lassen

Deadline ist Deadline. Wenn der Zeitpuffer für die Texterstellung nicht sonderlich groß ist, vermeide ich jede Ablenkung. Das Handy wird auf stumm geschaltet und außer Reichweite platziert. Die Musik ausgestellt (wobei die sowieso nur selten läuft). Mails werden erst anschließend beantwortet. Abschweifen gilt nicht. Dieser klare Fokus hilft mir dann, Schritt für Schritt vorzugehen und mir den Artikel zu erarbeiten. Auch wenn das Schreiben in einem solchen Fall nicht immer Spaß macht – am Ende steht ein Text. Und dieses Ergebnis zählt.

Für jede Situation die passende Variante

Wie ihr beim Lesen meiner persönlichen fünf Tricks sicherlich gemerkt habt: Ein Patentrezept gegen Schreibblockaden oder gelegentliche Schreibunlust habe auch ich nicht gefunden. Je nach Situation funktioniert die eine oder die andere Variante besser. Und manchmal, wenn ich keinen Zeitdruck habe, setze ich sogar noch auf eine ganz andere: den Text einfach einen Tag liegenlassen. Andere To Dos abarbeiten. Und am nächsten Morgen neu starten. Dann geht es meistens fast wie von selbst.

Wenn ihr auch mal vor einem weißen Word-Dokument sitzt und nicht weiterkommt, probiert doch mal einen der Tricks aus. Vielleicht helfen sie euch ja auch. Bei meinem Artikel von Anfang der Woche hat übrigens Trick Nr. 2 funktioniert. Ich habe nicht jedes Wort und jeden Satz hinterfragt, sondern erst einmal geschrieben, den Text anschließend überarbeitet, pünktlich zum Kunden geschickt – und direkt ein positives Feedback bekommen. Und die Schreibunlust? Die lässt sich jetzt hoffentlich für einige Zeit nicht mehr blicken.