Nicht geplant, aber genau richtig: Mein Weg in die Selbstständigkeit

Als Freiberuflerin zu arbeiten, war für mich nie ein Thema. Ich war gerne angestellt –  als Journalistin und später als PR-Redakteurin oder Verantwortliche für die Pressearbeit in Unternehmen. Ich mochte mein Aufgabenfeld, die Struktur, die Sicherheit. Den Schritt in die Selbstständigkeit hatte ich ab und an mal im Kopf – aber nie wirklich geplant. Aber

Nicht geplant, aber genau richtig: Mein Weg in die Selbstständigkeit

Als Freiberuflerin zu arbeiten, war für mich nie ein Thema. Ich war gerne angestellt –  als Journalistin und später als PR-Redakteurin oder Verantwortliche für die Pressearbeit in Unternehmen. Ich mochte mein Aufgabenfeld, die Struktur, die Sicherheit. Den Schritt in die Selbstständigkeit hatte ich ab und an mal im Kopf – aber nie wirklich geplant. Aber wie es im Leben oft ist: Man kann – und sollte – nicht alles planen. Manchmal kommt das Leben einfach mit einem ganz anderen Plan um die Ecke. Und bei mir hatte der den Titel: Selbstständigkeit. Wieso es dazu kam und ich mich vom Angestellten-Dasein verabschiedet habe, erzähle ich euch in diesem Blogartikel, der Teil der Blogparade von Michaela Schächner ist. Was ich aber schon jetzt sagen kann: Ich bin froh, dass ich diesen Schritt damals wagen (musste). Und ich würde es immer wieder tun.

Meine eigene Chefin

Den Schritt in die Selbstständigkeit habe ich vor mehr als fünf Jahren unternommen. Seit 2016 bin ich meine eigene Chefin und arbeite als freie Journalistin und Texterin. Ich schreibe für Zeitungen und Zeitschriften. Unterstütze Unternehmen und Institutionen bei ihrer PR- und Pressearbeit. Texte für Webseiten, Newsletter oder Broschüren. Berichte aus Theatern und über Theater. Und ich blogge.

Existenzgründung als Notlösung?

Eigentlich war die Existenzgründung als freie Journalistin nur eine Notlösung. Denn bis zu dem Zeitpunkt habe ich gerne im Angestelltenverhältnis gearbeitet. Erst als Redakteurin bei einer Tageszeitung. Dann als PR-Beraterin und -Redakteurin in Agenturen. Später als PR- und Pressereferentin auf Unternehmensseite. Ich hatte vielseitige Projekte und zunehmend die Projektverantwortung, tolle Kolleginnen und Kollegen, ein festes Einkommen, ausreichend viele Urlaubstage und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Von Zeitdruck und verpassten Zügen

Aber ich hatte auch: zwei Kinder im Grundschulalter, ständigen Zeitdruck, tägliche Sprints zur U-Bahn und dennoch verpasste Züge, einen Teilzeitjob, der keiner war, Firmenanrufe auch nach Ablauf der täglichen Arbeitszeit, ein fragil aufeinander abgestimmtes Betreuungsnetzwerk. Als mein Mann dann für mehr als ein Jahr beruflich ins Ausland musste, brach das Konstrukt langsam aber sicher zusammen. Ich kam an den Punkt, an dem ich merkte, dass ich niemandem mehr gerecht werden konnte. Nicht meinen Kindern, nicht meinem Beruf und auch nicht mir selbst.

Weniger Sicherheit, mehr Flexibilität

Es musste sich etwas ändern. Ich musste etwas ändern. Und was mir zuvor als völlig abwegig erschienen war, wurde für mich zum richtigen Weg. Ich machte mich selbstständig. Ein Schritt, den ich immer wieder gehen würde. Trotz mehr Arbeitsaufwand, weniger Urlaub und – ja – mehr Verantwortung. Aber auch mit flexibel einzuteilenden Arbeitszeiten, enormer Entscheidungsfreiheit und selbstverständlicher Homeoffice-Option. In meiner damaligen Lebenssituation waren sie entscheidende Kriterien.

Warum ich meine Selbstständigkeit mag

Und das sind sie noch. Aber heute sind sie nicht mehr allein ausschlaggebend. In den vergangenen fünf Jahren sind weitere hinzugekommen. Ich habe mir einen treuen Kundenstamm aufgebaut. Von Beginn an haben mich auch Menschen aus meinem früheren Arbeitsumfeld unterstützt, begleitet und beauftragt – nur so konnte mein Start so gut gelingen. Meine Arbeit ist noch vielfältiger geworden, denn ich schreibe nicht mehr „nur“ für ein Unternehmen. Nicht mehr „nur“ für eine Zeitung. Oder zu einem einzigen Themenfeld. An einem Tag ist meine journalistische Expertise gefragt. An einem anderen steht PR-Arbeit für ein Unternehmen im Mittelpunkt. Und tags darauf geht es vielleicht um einen Blog, der für einen Kunden aufgebaut werden soll. Diese Vielfalt und die damit verbundenen Herausforderungen mag ich sehr.

Was mir fehlt…

Natürlich gibt es auch Dinge, die ich nach fünf Jahren als eigene Chefin vermisse. Mir fehlt der tägliche Austausch mit Kolleg:innen zu Texten und Themen. Auch bin ich dem Homeoffice überdrüssig geworden: Nach vier – durch Corona fast fünf – Jahren mit Arbeitszimmer im Haus stand ich kurz vor einem Camp-Koller und bin glücklich über mein eigenes Büro einige Kilometer von Zuhause entfernt. Auch ein Urlaub ohne Laptop und Blick in die Mails fehlt mir. Ich war sowieso schon immer schlecht im Abschalten – besser geworden ist das durch meine Selbstständigkeit nicht. Und manchmal sehne ich mich sogar wieder nach fest vorgegebenen Arbeitszeiten.

Neues wagen auf neuen Wegen

Aber all das ist selten von langer Dauer. Ich habe meine Arbeit als selbstständige Journalistin und Texterin in den letzten fünf Jahren schätzen gelernt. Ich habe mir etwas aufgebaut, das ich nicht so einfach aufgeben könnte und in diesem Jahr ja auch ausbauen möchte (mehr zu meinen Plänen lest ihr hier). Es ist schön, dass ich meinem beruflichen Leben immer wieder eine neue Richtung geben, Neues ausprobieren und wagen kann. In einem solchen Entwicklungsprozess stecke ich gerade. Ich habe ein neues Logo, meinen ersten Claim und habe mein Leistungsspektrum erweitert: Seit Anfang des Jahres biete ich auch Textcoachings an und helfe anderen Selbstständigen dabei, ihre Geschichte(n) in Worte zu fassen und in den Medien zu platzieren. All das wird sich bald auf meiner neuen Website widerspiegeln: Nach fünf Jahren werde ich mich von tencate-texte.de verabschieden und auf corinnatencate.de weitermachen – mindestens die nächsten fünf Jahre. Wann es soweit sein wird, erfahrt ihr natürlich hier.