Mein Jahresrückblick 2020: Von Neuanfang zu Neuanfang

Was für ein Jahr. „Es war ein anderer Sommer. Es war ein anderes Jahr. Kopfüber, seltsam, nichts wie es war“ singen Silbermond in ihrem Song „Ein anderer Sommer“. Und das stimmt. 2020 hat uns herausgefordert, sicherlich auch überfordert und ganz oft aufgefordert: sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zu erkennen, was wichtig ist. Sich Zeit

Mein Jahresrückblick 2020: Von Neuanfang zu Neuanfang

Was für ein Jahr. „Es war ein anderer Sommer. Es war ein anderes Jahr. Kopfüber, seltsam, nichts wie es war“ singen Silbermond in ihrem Song „Ein anderer Sommer“. Und das stimmt. 2020 hat uns herausgefordert, sicherlich auch überfordert und ganz oft aufgefordert: sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zu erkennen, was wichtig ist. Sich Zeit zu nehmen. Füreinander. Für das, was wirklich zählt.

Als ich das Jahr für diesen Jahresrückblick Revue passieren ließ, sind mir viele Ereignisse und Erlebnisse eingefallen, die trotz Ausnahmezustand, trotz vieler Unsicherheiten und auch Ängste, schön, normal und vor allem ganz oft auch neu waren. Ich habe vieles neu entdeckt, neu begonnen, neu oder anders gesehen. Beruflich und privat war 2020 für mich von vielen kleinen und größeren Neuanfängen geprägt. Mittendrin. Aber vor allem auch an seinem Anfang und an seinem Ende.

 

Neues Jahr mit Neuanfang

Das neue Jahr begann für mich direkt mit einem beruflichen Neuanfang: Nach vier Jahren im Homeoffice brauchte ich einfach mal einen Tapetenwechsel während der Arbeitszeiten. Also bin ich mit tencate. umgezogen. Raus aus dem Arbeitszimmer im eigenen Haus, rein in mein erstes angemietetes Büro. Und was soll ich sagen: Es war die beste Entscheidung seit meinem Schritt in die Selbstständigkeit. Auch wenn mein Büro nur wenige Kilometer von meinem Zuhause entfernt liegt – ich habe mit diesem neuen Arbeits- und Rückzugsort extrem viel gewonnen: mehr Freiraum, mehr Struktur und mehr Fokus.

Homeoffice: Zu Hause und trotzdem nicht da?

Denn so praktisch die Arbeit im Homeoffice ist – gerade dann, wenn man Kinder hat und versuchen möchte, Familie und Job möglichst flexibel unter einen Hut zu bekommen, kann das auch mal schwierig werden: Zu Hause zu arbeiten, während die Spülmaschine eingeräumt werden müsste, der Trockner piepsend auf sich aufmerksam macht, die Nachbarn „nur mal eben kurz“ auf einen Kaffee vorbeikommen oder der Briefträger das Haus zur Paketannahmestation macht – das erfordert Selbstdisziplin. Viel Selbstdisziplin, wie ich finde. Und wenn am Nachmittag auch die Kinder wieder zu Hause sind, während man dann doch noch eine Telko oder ein Interview hat, das auf den Nachmittag terminiert wurde, kommt irgendwann das schlechte Gewissen hinzu: Man ist zu Hause und trotzdem nicht da.

Trennlinie zwischen Home und Office

Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht: Mir ist es auf jeden Fall immer schwerer gefallen, im Homeoffice eine klare Trennlinie zwischen Home und Office zu ziehen. Meine Arbeit und mein Privatleben gingen einfach nur noch fließend ineinander über. Mit dem Ergebnis, dass ich den Laptop nicht wirklich zugeklappt und meine Arbeit beendet habe. Mit dem Umzug in mein eigenes Büro gelingt mir das viel besser. Im Büro bin ich ungestört, kann mich ganz auf die Arbeit konzentrieren. Zu Hause kann ich mich auf meine Kinder und das ganze „Drumherum“ einlassen. Und von zu Hause arbeiten, ist ja immer noch möglich, wenn es nötig ist – und das sollte es ab März ja auch wieder werden…

 

Zurück im (Fahrrad-)Sattel

Das eigene Büro brachte eine besondere Neuanschaffung mit sich: mein erstes eigenes Fahrrad seit mehr als 20 Jahren. Kein Scherz. Fahrradfahren habe ich immer vermieden. Zumindest in meinem Heimatort. Denn wenn man für jede Fahrradtour, jeden Schulweg auf dem Zweirad, jedes Brötchen holen per Rad immer einen steilen Berg runter (Das war noch super!) und anschließend wieder rauf muss – dann lässt man es irgendwann bleiben und steigt auf Vespa und Auto um. So habe ich es zumindest damals gemacht. Fahrradfahren war für mich einfach zu frustrierend und – ja – zu anstrengend. Zumindest war es das in Zeiten, in denen es noch keine E-Bikes gab.

Rollin´, rollin´, rollin´

Da mein neuer Arbeitsweg zwar sehr kurz ist, aber von einem Berg runter auf den nächsten Berg raufführt, war mir mit dem Umzug meines Büros eines sofort klar: Es ist Quatsch, für die kurze Strecke ins Auto zu steigen. Und es ist Quatsch, beide Berge vor und nach der Arbeit mit dem Fahrrad hochzuasten. Und hier kommt mein E-Bike ins Spiel. Seit Anfang des Jahres – also noch vor dem Corona-Fahrradtrend – fahre ich Fahrrad. Viel Fahrrad.  Es macht mir einfach wieder Spaß. Nicht, weil ich ständig mit laufendem E-Motor rumfahre. Sondern weil ich es kann, wenn es anders nicht mehr geht.

Das Fahrradfahren hat meinen Alltag echt bereichert. Und das wird es sicherlich auch 2021: Denn da habe ich mir eine Tour von NRW nach Hamburg zu meinem Heimathafen 2.0 vorgenommen – mit möglichst wenig „Motorkraft“.

 

Theaterliebe trifft…

Wer diesen Blog liest oder mir auf Instagram folgt, weiß definitiv zwei Dinge über mich: Ich liebe Theater und ich bin oft und sehr gerne in Hamburg. Beides kann ich besonders gut miteinander verbinden, wenn Musicalpremieren in Hamburg stattfinden, über die ich für meinen Blog Theaterliebe berichte. Oder wenn ich Darsteller:innen interviewen kann, die in der Hansestadt leben. Und das sind bei der Musicaldichte in Hamburg eine ganze Menge. Daher hatte ich mir für 2020 vorgenommen, meine Theaterbesuche mit Interviewterminen zu ergänzen. Ganz nach dem Motto: ein Hamburgaufenthalt, mindestens zwei Theaterliebe-Blogbeiträge.

Interviews zu Traumberuf und Tourneeleben

Dieses Vorhaben hat Anfang Februar zu zwei Tagen Hamburg geführt, die neben einem Theaterabend zwei wirklich tolle Gespräche für mich bereithielten: mit Gino Emnes, der zu der Zeit Ike Turner in Tina – das Tina Turner Musical gespielt hat und Anja Wendzel, die drei Jahre mit Tanz der Vampire auf Tournee war. Mein Plan war also aufgegangen: ein Hamburg-Aufenthalt, drei Theaterliebe-Texte. Anfang März hatte ich meine nächsten Recherchetage in Hamburg. Die vorerst letzten. Ihr ahnt sicher schon, warum: Corona. Die Vorpremiere von Harry Potter und das verwunschene Kind, die ich dann noch in Hamburg besucht habe, war eine der letzten, bevor die Theater schließen mussten.

Dann: Theaterstillstand

Eine Entscheidung, die notwendig und nachvollziehbar war. Für mich persönlich bedeutete das: Ich musste auf Theaterbesuche verzichten und auf meinen Blog Theaterliebe war nicht so viel los. Das war schade und hat mir gefehlt. Aber: Für die gesamte Kulturbranche und die Menschen, die in ihr tätig sind, brachte und bringt das extreme Existenznöte mit sich. Wie die Kultur und die Kulturschaffenden dann auch noch vielfach alleine gelassen wurden, war und ist einer meiner großen Aufreger während der Corona-Krise.

 

Lockdown-Leben

Erst einmal stand aber alles still. Komplett. Wobei: Wirklichen Stillstand gab es – zumindest bei uns – erst einmal nur außerhalb der vier Wände. Denn wir mussten uns und unseren Alltag neu sortieren. Schließlich hat der erste Lockdown das Leben eines jeden erst einmal total durcheinandergewirbelt.

Homeoffice und Homeschooling

Meine Aufträge hat die Krise nur vereinzelt beeinflusst – zu meinem Glück und meiner großen Erleichterung. Was sich aber wieder ändern musste, war mein Arbeitsumfeld. Ich bin wieder ins Homeoffice „gezogen“. Und diesmal war es noch schwieriger, Arbeit und Privates zu trennen bzw. überhaupt erst einmal zum Arbeiten zu kommen…denn: Die Schulen waren ja dicht und das Homeschooling war die erste große Herausforderung, die mich einige Nerven gekostet hat.

In erster Linie nicht, weil meine Kinder mal sehr gefordert, dann wieder total unterfordert oder natürlich auch mal demotiviert waren. Mich hat erschrocken, wie schlecht das Bildungsministerium in NRW (re)agiert hat, wie unzureichend die Schulen in Sachen Digitalisierung ausgestattet und wie viel Nachholbedarf es beim Thema digitales Lernen / Distanzlernen gibt. Und das nicht nur im ersten Lockdown.

Zeit, viel Zeit…

Was der Lockdown auch mit sich brachte, war Zeit: füreinander und für alles, für das sonst zu wenig Zeit bleibt. Ich bekam auch einen anderen Blickwinkel auf das Miteinander – im Kleinen wie im Großen. In der Familie und in der Gesellschaft. Und ich habe versucht, mich bewusst auf diese Reduktion des Alltagslebens einzulassen. Gelungen ist mir das mal mehr, mal weniger gut.

Ein Stück Normalität – bis zur Quarantäne

Ich habe unheimlich viele Theateraufführungen und Musicalkonzerte als Stream gesehen. Manchmal sogar mit Sekt in der Hand ;). Ich habe endlich mal wieder viel gelesen und die Lieferservices der lokalen Buchhandlungen genutzt. Und die der Restaurants in der Umgebung ebenfalls. Aber irgendwann wurde die Zeit dann doch lang. Das Aufeinanderhocken ging genauso an die Substanz wie die Distanz zum Rest der (erweiterten) Familie und den engen Freunden. Wie viele habe ich es geschätzt, in den Sommermonaten ein Stück Normalität genießen zu können. Einen Tag nach den Herbstferien mussten wir dann allerdings in Quarantäne. Ein Coronafall in der Schule. Meine Tochter war Erstkontakt – wurde aber negativ getestet. Zum Glück.

 

Projekt-Power

Ich bin wirklich dankbar, dass die Mehrzahl meiner Aufträge trotz Corona bestehen blieben und von mir umgesetzt werden konnten. Mein Arbeitsjahr hat mir einen guten, ausgewogenen Mix aus liebgewonnenen Projekten und neuen Herausforderungen geboten.

Texte für Webseiten, Zeitungen, Postkarten

Ich habe Texte für Newsletter und Mitgliedermagazine, für Broschüren und Flyer getextet. Ich habe Artikel für Zeitungen und Zeitschriften geschrieben und war Teil der Redaktion der Red Dot Design Yearbooks. Ich habe Unternehmen und Institutionen bei ihrer Kommunikation unterstützt und begleitet, Social-Media-Kanäle gepflegt und Webseiten für Jungunternehmer:innen getextet – Postkarten zur Geschäftseröffnung inklusive. Nicht zu vergessen, die Interviews die ich geführt, die Rezensionen, die ich geschrieben und die Blogartikel, die ich für Theaterliebe und seit September auch für tencate. geschrieben habe.

Andere Lebens- und Arbeitswelten entdecken

Ich habe dieses Jahr wieder einmal gemerkt, warum ich meinen Beruf so mag: Ich lerne Menschen kennen (wenn auch 2020 vermehrt „virtuell“), denen ich so wohl nie begegnet wäre. Ich bekomme immer wieder Einblicke in Lebens- und Arbeitswelten, die sich von meinem Alltag total unterscheiden. Ich darf, kann und muss mich mit den unterschiedlichsten Themen auseinandersetzen und mich auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten einlassen. Und ich kann darüber schreiben. Ich darf Menschen und ihre Geschichten für andere in Worte fassen, von ihnen und ihren Projekten erzählen. Das macht meine Arbeit aus und mir Spaß.

Gespräche, die bleiben

Manche Termine und Gespräche bleiben dabei besonders „hängen“ – aus unterschiedlichen Gründen. Besonders schön war zum Beispiel das offene, persönliche Interview mit Musicaldarstellerin Anja Wendzel. Besonders intensiv war das Gespräch mit einer jungen Sterbebegleiterin. Besonders inspirierend war mein Treffen mit Maren Küppers, die mit der Tour der Freiheit eine beeindruckende Aktion plant. Und besonders lehrreich waren Interviews mit Menschen aus Wissenschaft und Forschung zum Thema Digitalisierung und Industrie 4.0. Diese Vielseitigkeit meines Berufs – sie fasziniert mich immer wieder. Und ich denke, sie ist auch der Grund, warum ich mir so wirklich noch immer keinen anderen vorstellen kann.

 

Wissens-Werte

Ich glaube, 2020 war mein Weiterbildungsjahr. Ich kann mich an kein anderes Jahr erinnern, in dem ich so viel Zeit in Weiterbildungen und Workshops investiert habe. Das hatte vor allem zwei Gründe:

  1. nach vier Jahren als selbstständige Texterin war es mir wichtig, meine „Schreibe“ auf den Prüfstand zu stellen, neue Impulse und Inspiration zu finden und mich weiterzuentwickeln.
  2. tencate. soll einen neuen Außenauftritt bekommen – neue Webseite und Logo inklusive

Den Anfang hat ein Workshop in Berlin gemacht: „Lebendig schreiben“ mit Annika Lamer, deren Blog ich unheimlich gerne lese. Das war kurz vor dem Lockdown und ging noch im gewohnten Präsenzformat. Im Laufe des Jahres habe ich Annika als Coach noch zwei Mal wiedergesehen – dieses Mal aber digital. Einmal um mein „Kreatives Texten“ zu optimieren und neue Ideen fürs Storytelling zu entwickeln. Ein weiteres Mal zum kurzen, knackigen „Kommatraining“. Das kann ja nie schaden ;).

Claim-Premiere und Content-Planung

Außerdem habe ich mich verstärkt auf das Thema Content-Planung gestürzt und bei Heike von Wortkreation einiges dazugelernt, um meine Social-Media-Kanäle im kommenden Jahr inhaltlich besser zu strukturieren und mit weniger Zeitaufwand meinerseits zu füllen. Nicht zu vergessen: die Sympatexter Academy von Judith Peters (wenn ich das hier so Revue passieren lassse, haben mich Judiths Challenges und ihre Academy dieses Jahr kontinuierlich begleitet!). In diesem Trimester habe ich meine Über-mich-Seite aktualisiert, meinen ersten Claim entwickelt, den Blog auf tencate. gestartet und dann auch noch recht kontinuierlich befüllt – unter anderem mit einem Jahresrückblick ;). So habe ich – hoffentlich – einige Weichen gestellt, damit ich die Ziele, die ich mir beruflich für 2021 vorgenommen habe, auch erreichen kann.

 

Mein Corona-Ventil: Sport

Das Jahr 2020 hat mich in Bewegung versetzt. Besonders sportlich gesehen. Ich glaube, seit meiner Zeit im Kanuslalom-Kader und bei den Volleyball-Damen – und da war ich vom wirklichen „Damen-Alter“ weit entfernt – habe ich nicht soviel Sport gemacht, wie in diesem Jahr. Die Gründe dafür waren vielseitig.

  1. Ich hatte einen Bandscheibenvorfall und einen Miniskusriss. Und beides habe ich mit Physiotherapie und Sport wieder in den Griff bekommen.
  2. Ich musste mich in vielerlei  Hinsicht neu sortieren und den Kopf freibekommen. Der Sport hat mir dabei geholfen.
  3. Corona. Gerade während des ersten Lockdowns war Sport mein Ventil und mein Ausgleich.

Boxen, Burpees und beachen

Gestartet habe ich mit Radfahren. Dann bin ich – wenn Corona es zuließ – zum Zirkeltraining gegangen. Erst einmal die Woche. Dann zwei Mal in der Woche. Erst drinnen. Dann auch draussen. Ich habe mir auch mal den Volleyball geschnappt und den Boxsack aus der Ecke geholt. Ich habe gelernt, dass Kniebeugen jetzt Squats heissen und dass ich Burpees hasse. Und Dips auch. Ich habe mich durch die 30-Tage-Challenge von Fit mit Thorge gekämpft und 30 Tage lang jeden Tag Sport gemacht – mit echt einer Menge Liegestützen, wie ich fand. Sogar laufen war ich wieder – allerdings war das ein wirklich kurzes Intermezzo. Mein Knie hat das einfach nicht mitgemacht.

Die Handstand-Challenge

Mein sportliches Highlight des Jahres war aber die Handstand-Challenge mit Judith Peters und der Händständgäng. Schon als Kind wollte ich immer einen Handstand können. Am besten mit Abrollen. Konnte ich aber nicht. Zumindest nicht ohne Hilfestellung. Und schon gar nicht freistehend. Das klappt mittlerweile. Nicht so gut und so lange, wie ich es gerne hätte – aber es ist ein Anfang. Gelernt habe ich dabei aber viel mehr: Es ist nie zu spät, sich einer Herausforderung zu stellen, zum Beispiel. Es ist wichtig, auch mal die Perspektive zu wechseln. Und was mich besonders überrascht hat: Auch Menschen, die sich gar nicht persönlich kennen und nur über Social Media in Kontakt stehen, können ein Team werden.

 

Roadtrip im Ruhrpott

Ich reise sehr gerne. In Zeiten einer Pandemie war und ist das natürlich so gut wie gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. Auch mich hat im ersten Moment sehr genervt, dass der geplante Urlaub in Südfrankreich abgesagt werden musste. Aber diese Planänderung hatte auch einen Vorteil: Im Sommer habe ich einfach mal das eigene Land erkundet. Und zwar unter anderem auch direkt vor der Haustür: mit diversen Roadtrips durch den Ruhrpott. Kanutouren auf der Ruhr. Und Biketouren an ihr entlang.

Reiseziel mit Pot(t)enzial

Ich lebe gerne hier im Ruhrgebiet – allen Vorurteilen zum Trotz, die immer wieder mit dem „Pott“ in Verbindung gebracht werden. Dass diese oft völlig unbegründet sind, haben mir meine Ausflüge wieder einmal gezeigt: ob beim Besuch des Zentrums für Internationale Lichtkunst in einer ehemaligen Brauerei, bei entspannten Spaziergängen durch den Nordsternpark, beim Bummel durch schnuckelige Fachwerk-Örtchen (ja, auch die gibt es mitten im Pott), beim Schwimmen in der Ruhr, beim Picknick auf dem Förderturm oder beim Skywalk zum Hochofen. Nicht zu vergessen: die vielen süßen Cafes und Eisdielen, die ich im Sommer entdeckt habe. Das Wichtigste, was mir der Trip durch den Pott aber gezeigt hat: Das, was man direkt vor der Nase hat, übersieht man viel zu oft. Und: Manchmal ist eine Notlösung genau richtig und eine Planänderung sehr bereichernd.

 

Club der stillen Poeten

Seit diesem Jahr bin ich Clubmitglied. Mitglied im Club der stillen Poeten. „Stille Poeten“ – so heißen nicht nur ein Text und Song von Julia Engelmann, sondern auch ein Projekt der Dichterin und Musikerin, das sie in diesem Jahr auf ihrem Instagram-Account gestartet hat und das mittlerweile zum „Club der stillen Poeten“ mit mehr als 16.000 Abonnenten gewachsen ist.

Inspiration und Motivation

Für mich war der Club der stillen Poeten in diesem Jahr von großer Bedeutung. Zum einen, weil mich einige Texte und Worte von Julia Engelmann bereits zuvor begleitet, bestärkt und berührt haben und es schön ist, sich mit der Verfasserin auszutauschen und von ihr zu lernen. Zum anderen, weil es inspirierend ist, die Texte der stillen Poet:innen zu lesen. Aber auch, weil diese virtuellen Treffen mir Zeit, Raum und Motivation geben, um mich selbst wieder an solche Texte zu wagen.

Me-Time mit Notizbuch

Der Club der stillen Poeten ist meine „Me-Time“. Mit Tablet, Notizbuch und Stift sitze ich allein an meinem Schreibtisch, höre zu, tausche mich aus, mache Notizen, lerne dazu – und schreibe. In erster Linie nur für mich. Manchmal veröffentliche ich meine Poesie-Versuche aber auch. Einer der Texte wurde auch von Julia Engelmann aufgeschrieben, ein weiterer vorgelesen. Das hat mich schon extrem gefreut.

„Lass mal an uns selbst glauben!“

Durch den Club der stillen Poeten sind in diesem Jahr einige Texte entstanden, die einfach mal so gar nichts mit meiner Arbeit zu tun hatten. Die ich einfach geschrieben habe, weil mich etwas beeindruckt oder beschäftigt hat. Weil ich Gedanken zu Papier bringen und sortieren wollte. So habe ich eine neue Schreibroutine entwickelt. Wer weiß, vielleicht gibt es 2021 mehr dieser Texte von mir zu lesen. Ich muss mich nur trauen und sie „nach draußen lassen„. Wie heißt es so schön in einem von Julia Engelmanns Gedichten: „Lass mal an uns selbst glauben!“

 

Friends will be friends

Was mir in diesem Jahr und vor allem während des ersten Lockdowns sehr gefehlt hat, waren meine Freundinnen. Gemeinsame, persönliche Gespräche bei einem Kaffee (oder in meinem Fall bei einem Tee) und vor allem eine feste Umarmung lassen sich durch keinen Video-Anruf und keinen Spieleabend via Zoom ersetzen.

Freundschaft auf Distanz

Natürlich bin ich auf diese Weise mit meinen Freundinnen in Kontakt geblieben. Wir haben auch Whatsapp-Nachrichten hin- und hergeschrieben und telefoniert. Aber Freundschaft auf Distanz ist einfach nicht dasselbe. Und auch ein wenig anstrengender. Ganz besonders in einer solchen Ausnahmesituation, in der jeder für sich ja schon sehr gefordert ist. Man muss mehr investieren, finde ich. Mehr Zeit. Mehr Gedanken an den anderen.  Mehr Interesse, für das was den anderen gerade bewegt.

Momente, die bleiben

Umso schöner fand ich es, dass im Sommer zwei gemeinsame Freundinnen-Ausflüge möglich waren: ein Tag am Meer und ein Wochenende in Hamburg. Beide haben ganz besondere Momente gebracht. Mit ehrlichen, guten Gesprächen. Spaziergängen am Strand oder Fahrradtouren entlang der Alster. Mit viel Spass und auch dem ein oder anderen gemeinsamen Drink. Ob am Meer oder an der Alster: Es waren gemeinsame Zeiten, die bleiben.

 

Neustart zum Jahresende

Wie es sich für ein Jahr voller Neuanfänge gehört, geht es auch mit einem Neuanfang zu Ende: Ich werde im Januar erneut mit tencate. umziehen. In eine kleine, aber feine Bürogemeinschaft nach Herdecke, ein schönes kleines Städtchen direkt um die Ecke. Die passende Umgebung für den Neustart, der auch mit tencate. ansteht. Denn 2021 soll jetzt ja Realität werden, was bisher nur in meinem Kopf steckt: ein neuer Außenauftritt mit allem, was dazugehört. Das ist aufregend, macht unheimlich viel Spaß und – ja – auch Arbeit.

Neues Logo, neue Webseite

Aktuell entsteht mein neues Logo. Denn von tencate. und dem bisherigen Look werde ich mich in 2021 auch verabschieden. Meine Arbeit und ich haben uns weiterentwickelt, es sind neue Kunden, neue Schwerpunkte und neue Ziele hinzugekommen. Und ich möchte, dass sich das auch in meinem Logo, meiner Webseite und meinen Social-Media-Kanälen wiederspiegelt. Damit das gelingt, hilft mir gerade Gesche von designparaplus, die nicht nur tolle Fotos macht, sondern aktuell auch an Logo-Entwürfen arbeitet. Ihr könnt gespannt sein – ich bin es auch.

 

Vorfreude auf 2021

Ich freue mich auf 2021. Nicht allein, weil ich hoffe, dass es kein weiteres „Corona-Jahr“ werden wird. Natürlich ist mir klar, dass dieser Ausnahmezustand mit dem Jahreswechsel nicht einfach verschwindet, sondern noch andauern wird. Aber es ist ein Neuanfang und ein Jahr, für das ich mir einiges vorgenommen habe.

Jahresmotto? Durchstarten!

„Durchstarten“ heißt darum mein Motto für 2021. Ich möchte mit neuer Webseite, neuem Logo und gezielter Content-Planung mehr Reichweite erhalten und neue Kund:innen gewinnen. Auch bin ich ab Januar Mitglied in der Content Society und habe fest vor, meine Theaterliebe und meinen tencate.-Blog mit Artikeln zu fluten ;).

Ich möchte neben dem beruflichen Texten auch meine persönliche Schreibroutine ausbauen. Mein Ziel: jeden Tag eine Seite schreiben. Jede Woche ein Gedicht im Club der stillen Poeten. Und alle zwei Wochen einen Brief an meine Freundin. Wie wichtig es ist, trotz Distanz in Kontakt zu bleiben, hat mir dieses Jahr gezeigt. Das versuche ich jetzt einfach mal auch auf diesem Weg.

Sportlich möchte ich weiter dranbleiben. Hoffentlich ist das bald auch wieder gemeinsam möglich. Ich möchte meinen Handstand optimieren, vier Klimmzüge schaffen und bei der XLETIX Challenge über zwölf Kilometer mitmachen. Mein größtes sportliches Projekt wird wahrscheinlich meine Fahrradtour von NRW nach Hamburg im Sommer.

Also…von mir aus kann 2021 beginnen. Ich bin bereit. Und freue mich aufs Durchstarten!